Unsere Burg am Cotopaxi

 

Nach mehrmaligen Umzügen in unserer Zeit als Stammtisch, Feldlager und Coloney fanden wir a. U. 124 in dieser Burg unser dauerhaftes Zuhause. Sie liegt inmitten der Stadt nach Norden in Richtung des Flughafens von Quito und wurde von uns im Kellergeschoß eines Hochhauses angemietet.

Das Umzugsgut war leicht zu schaffen
wenig war's, fürwar nicht viel
und mit Humor und Letheflaschen
zog Perla hin zu neuem Ziel.

In der Sippung Nr. 23 am 10-ten des Lethemondes a.U. 124 wurde die Burg unter der Funktion von Ritter Froh-n-fex feyerlich eingeweiht.

Folgende Sassen waren anwesend: die Ritter Ha-fex, Saxulum, Knurrig†, Spätheim, Picaflor, Barbula und Egiptocus; die Junker Bernd (der spätere Rt. Eisenbeis), Bernd II (Rt. Plasma-Rad), Walter (Ritter Flügerl†) und Janos (Rt. Atilla) sowie die Knappen 20 (Rt. Durchblick) und 22 (Rt. Schna-utzer). Anschliessend wurde die Reychshymne stehend und mit Inbrunst gesungen. Entschuldigt hatten sich die Ritter Quo-Rhum†, Wiedermal† und Junker Carlos (Rt. Bolivius).

Aber bevor es soweit war musste noch Hand angelegt werden um die Burg standesgemäß herzurichten. Neben den Verschönerungsarbeiten mit Pinsel, Bohrer und Hammer galt es auch die Burgmöbel im Sinne herrschaftlicher Vorstellungen an ihren Platz zu räumen.

Nachdem die Habe abgeladen
stand diese los im Raume drin
so wie man sie hineingetragen
ohne Ordnung, ohne Sinn.

Man machte sich an´s Stühle rücken,
schob Tische her und hin zur Wand
bis zu der Herrlichkeit´s Entzücken
die Rostra auch ganz richtig stand.

So ward die Ordnung hergestellt
denn wie die Herrlichkeit beschwor
gilt auch in der Schlaraffenwelt
"ohne Ordnung kein Humor"

Die Mühen wurden dann von der Herrlichkeit reichlich belohnt. Je nach Grad des Einsatzes gab es die Tituls "Würklicher Burgenbauer" sowie "Unwürklicher Burgenbauer". Der Rest der Sassen ging leer aus.

Zur Burg gehören, neben dem eigentlichen Burggemach, bei gutem Willen mit Plätzen für etwa 30 Sassen, noch ein Eingangsflur, also die Vorburg mit Anrichte und Schränken zur Aufbewahrung von Rüstungen, Akten und anderweitigen Gerätschaften sowie eine kleine Burgküche und eine Toilette. Der nachträgliche Einbau eines Burgverlieses wurde zwar erwogen aber nachdem die Sassenschaft in all den Jahren sich nichts zu Schulden kommen lies, zeigten die Herrlichkeiten gütige Nachsicht.

Zurück blieb die Burg in der wir für eine Jahrung gehaust hatten. Sie war in der Heimburg des Ritters Picaflor untergebracht gewesen und wir hatten sie um das Burggemäuer herum von hinten durch den Garten betreten können. Aus ihr führte auch eine Stiege in die darüberliegenden Gemächer des Ritters Picaflor, was ihm den Titul "Erster Echter Pausenschmuser" einbrachte.

Zurück blieb leeres Burggemäuer
gemieden wird sie von uns Sassen
wie die Braut vom bösen Freier:
zuerst verführt und dann verlassen

Doch ihr Sassen merkt euch ja:
jene Burg die dort geblieben
hat auch im Buche der Perla
ein Stück Geschichte mitgeschrieben

In den Jahrungen danach wurden Pläne für eine richtige eigene Burg ausgebrütet was uns in etlichen Sippungen beschäftigte. Sogar Bauzeichnungen wurden erstellt. Aber die Wirklichkeit holte uns ein: es war finanziell nicht zu schaffen und so sippen wir nun schon Jahrzehnte in dieser Burg. Sie ist uns heimelig geworden und sogar unsere Benzinrösser finden alleine den Weg dorthin.

Quito, am 20 des Ostermondes a.U. 149
Ritter Eisenbeis